Diebische Johannesbläser

Ein Artikel aus dem Erdinger Anzeiger vom 28. April 2015:

Den Maibaum der Ministranten von St. Johann gestohlen haben die Johannesbläser. Jetzt machten sich die Diebe auf den Weg um die Beute nach zähen Verhandlungen zurückzubringen. Initiiert worden war die Idee in einem Partykeller, kurz nach Mitternacht ging es im Schutz der Dunkelheit zur Lagerstelle. Die jungen Bläser hatten leichtes Spiel, das Stangerl war unbewacht. Für das jetzt hoffentlich erfolgreichere Bewachen, Bemalen und Aufstellen sind die Ministranten zuständig. Los geht’s am Sonntag, 3. Mai, um 10:30 Uhr mit einer Messe in St. Johann. Aufgestellt wird hernach im Pfarrhof.

Stadtkapelle und Solisten berühren die Herzen

Ein Artikel aus dem Erdinger Anzeiger vom 27. April 2015:

Die temperamentvolle Musizierfreude der Stadtkapelle Erding, versiert und engagiert geleitet von Martin Hirsch, begeisterte beim Frühjahrskonzert am Samstagabend in der Stadthalle die vielen Zuhörer. Durchs Programm führte Ulrike Scharf, wobei es dem Vorsitzenden Walter Dorn sichtlich Stolz bereitete, sie jetzt als Staatsministerin zu begrüßen.
Zunächst gestaltete das Jugendorchester der Stadtkapelle mit fröhlicher Energie den Auftakt und beeindruckte mit seinem Können – geglückte und gelebte Nachwuchsarbeit. Die Jugendlichen entführten das Publikum mit Elton Johns Musik zu „König der Löwen“ in die Welt der bilderreichen Filmmusik und wurden mit großem Applaus verabschiedet.
Dann begrüßte die Stadtkapelle ihre Fans mit dem fulminanten „Stanshawe March“ von Derek Bourgeois. Anschließend lud Scharf zu einem „musikalischen Spaziergang durch Manhattan“ ein. Nur allzu gerne unternahm man diese unterhaltsame Musikreise, die der Blasmusikkomponist Johan de Meij in seinem „Downtwon Divertimento“ entwickelt hat. Die flotten Klänge ließen herumtollende Hunde im Madison Square Park über die Wiese sausen und die Wolkenkratzer in der Abendsonne funkeln. „Mehr als deutsche Urlaubsphantasien“, so Scharf, vermittelte die Walzersuite „España“, wobei hier der 70er jahre-Hit von Cindy und Bert „Wenn die Rosen erblühen in Malaga“ einfloss.
Nach der Pause elektrisierte „High Voltage“ mit markanten Bläsersoli. Gebannte Stille herrschte im Saal, als die Stadtkapelle mit der herausragenden 15-jährigen Violinistin Clara Büsel das filmmusikalische Thema zu „Schindlers Liste“ anstimmte. Dieses innig gespielte, traurige und poetische Stück von John Williams berührte die Herzen.
Opulente und originelle Klänge vereinten sich in den Melodien zum Dschungelbuch. Da marschierte die Elefantenherde zwischen den Stuhlreihen hindurch, Mogli stromerte im Urwald umher, Balu der Bär riet „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ und Affenkönig Louie genoss sein Spiel mit dem Feuer. Sommersehnsucht umwehte die Ohren als „Chan Chan“ mit dem Bläsersolisten Attila Szányi aus dem Repertoire der Band „Buena Vista Social Club“ erklang. Kein Wunder, dass Francisco Repilado diese hinreißende Musik nicht nur komponiert, sondern „geträumt“ habe, wie Scharf erzählte. Auch ein Stoff, aus dem Träume gewebt sind: das mit Klezmer-Motiven durchwirkte Finale. Als Zugabe gab’s einen Marsch zum Mitklatschen.

Fit für’s Frühjahrskonzert

Ein Artikel aus dem Erdinger Anzeiger vom 17. April 2015:

Probenwochenende der Stadtkapelle

Für die Stadtkapelle begann am Wochenende die heiße Phase der Vorbereitung auf ihr Frühjahrskonzert, das am Samstag, 25. April, um 20 ihr in der Stadthalle stattfindet. Die Musiker fuhren dazu ins Trainingslager nach Viola in Schwaben. „In 16 Stunden wurde das Geübte zusammengefügt und die Feinjustierung vorgenommen“, sagte Vorsitzender Walter Dorn. Vor allem Intonation, Rhythmik und Dynamik wurden ausgefeilt und registerübergreifende Passgen genau unter die Lupe genommen. So stellte Dirigent Martin Hirsch die Weichen für einen ausgewogenen Gesamtklang. Einige Originalkompositionen für Blasorchester werden erklingen, wie das dreisätzige „Downtown Divertimento“ von Johan de Meij oder der „Stanshawe March“ von Bourgeois. Aber auch Arrangements bekannter Melodien sind vertreten, so der Walzer „España“ von Emil Waldteufel und der Filmklassiker „Das Dschungelbuch“. Freunde des BigBand-Sounds können sich auf das energiegeladene „High Voltage“ freuen.
Eintrittskarten für zehn und zwölf Euro gibt es im Reisebüro Scharf oder an der Abendkasse in der Stadthalle am Alois-Schließl-Platz, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben wie immer freien Eintritt.

So klingt unsere Jugend

Ein Artikel aus dem Erdinger Anzeiger vom 4. April 2015:

iPod, Spielekonsole und Smartphone? Unser Nachwuchs kann ganz andere Instrumente bedienen. Das Motto: Tuba statt You.tube

Ein Instrument spielen lernen? Pro und Contra

Contra
Heuzutage spielen immer weniger Jugendliche Musikinstrumente. Viele begründen dies mit dem großen Zeitaufwand, der durch das Üben, Musikstunden und das Spielen in Orchestern aufkommen kann. Dadurch komme Schule und Freizeit zu kurz. Auch für andere außerschulische Aktivitäten, wie zum Beispiel das Mitwirken in Vereinen, bleibe dann oft zu wenig Zeit. Ein weitere Faktor sind die Kosten beim kauf des Instruments, bei anfallenden Reparaturen und bei den regelmäßigen Unterrichtsstunden. Ebenfalls gestaltet sich der Transport großer Instrumente kompliziert. Schon mal versucht, ein Alphorn in einem Smart mitzunehmen?

Pro
Es hat aber viele Vorteile, die die Nachteile deutlich überwiegen. Beispielsweise gestalten Jugendliche die Freizeit durch das Üben mit einem Instrument sinnvoll, und es entwickelt sich zugleich ein neues Hobby, das sehr großen Spaß bringt.
Ein weiterer positiver Punkt sind die Fähigkeiten, die man sich durch das Erlernen eines Instruments aneignet. Neben dem Lesen von Noten lernt man auch die komplexe Musiktheorie mitsamt einiger Komponisten. Dadurch werden das Lernverhalten und das logische Denken stark gefördert.
Außerdem wird das Selbstbewusstsein durch Konzerte vor größerem Publikum enorm gesteigert, Die kleinen Erfolge motivieren wiederum, über Jahre hinweg weiter zu üben.
Außerdem hilft das neu gewonnene Selbstbewusstsein bei Vorträgen in der Schule und im späteren Berufsleben. Weiter zeugt dieses Hobby von Ehrgeiz, was Personalchefs in späteren Bewerbungen positiv bewerten werden.
Durch die Teilnahme an Wettbewerben und das Mitwirken bei Veranstaltungen lernt man neue Leute kennen, die das selbe Hobby ausüben. Auch das Mitwirken in Orchestern oder Ensembles prägt das Sozialverhalten der Jugendlichen, da man aufeinander hörne muss, um einen schönen Gesamteindruck zustande zu bringen.
Die Jugend von heute ist sehr medienbezogen, dies zeigt sich dadurch, dass kaum noch reale Freizeitangebote genutzt werden. Das Musizieren zum Beispiel ist ein guter Ausgleich zur Medienwelt, da es die Kreativität fördre und großen Spaß bereitet.

Auch Cosima Heilamier (Fagott, Jugendorchester) und Joseph Rothenaicher (Tuba, Hauptorchester) von der Stadtkapelle wurden zu Ihrer musikalischen Laufbahn interviewt.

Die Fagott-Meisterin
Cosima Heilmaier (8) aus Erding: „Vor drei Jahren habe ich angefangen, Fagott zu spielen. Die Musiklehrerin meiner Schwester hat mir angeboten, es auszuprobieren. Es hat mir vom ersten Moment an sehr gut gefallen, deswegen habe ich mich entscheiden Unterrichtsstunden zu nehmen. Vor meinem jetzigen Fagott, das ungefähr 2000 Euro gekostet hat, spielte ich auf einem etwas kleineren. Mir ist es von Anfang an nicht schwer gefallen, die Griffe zu finden. Meine Mama und mein Papa sind auch ganz stolz auf mich, besonders begeistert waren sie, als ich den ersten Preis bei „Jugend musiziert“ gewonnen habe. Außerdem bin ich beim Solo/Duo-Wettbewerb Landesbeste geworden. Momentan übe ich nicht so viel, aber auf Konzerte oder Wettbewerbe muss ich mich schon mal vorbereiten. Also habe ich auch noch genügend Zeit für meine Freunde, die es auch super finden, dass ich Fagott spiele.“

Digeridoo: Üben ist zwecklos
Joseph Rothenaicher (23) aus Erding: „Ich spiele jetzt schon seit längerer Zeit Tuba und bin dadurch vor fünf Jahren auf das Digeridoo gekommen. Nachdem es nach dem ersten mal ausprobieren gleich auf Anhieb geklappt hat, wollte ich unbedingt weitermachen. Obwohl ich den Ansatz von der Tuba her schon hatte, waren die ersten Tage relativ anstrengend. Da man wie bei fast allen Blasinstrumenten viel Luft benötigt, musste ich eine Pausen machen, um durchzuatmen.
Wirklich üben kann bei diesem Instrument nicht, da es im Prinzip nur einen Grundton gibt, den man mit Hilfe der Spannung am Mund verändern kann. Selbst besitze ich einige Bambus-Digeridoos, die man ab zehn Euro kaufen kann. Es gibt aber auch teurere aus Eukalyptus für rund 400 Euro. Den Unterschied des Klangs erkenne ich sofort.
Meine Familie findet es eigentlich ganz normal, dass ich ein doch etwas außergewöhnliches Instrument spiele. Außer meinem Digeridoo spiele ich auch Tuba und Maultrommel.“

Stadtkapelle: Erdings Aushängeschild

Jahreshauptversammlung 2015

Ein Artikel aus dem Erdinger Anzeiger vom 4. April 2015:

Auf ein außerordentlich erfolgreiches Jahr blickte Walter Dorn, Vorsitzender der Stadtkapelle, und Dirigent Martin Hirsch auf der Jahreshauptversammlung zurück. 50 Proben und 30 Auftritte bestritten die rund 60 Musiker des Hauptorchesters. Eingerahmt war das vergangene Jahr von zwei großen Konzerten; Zum einen gab es das Frühjahrskonzert in der Turnhalle der Mädchenrealschule, das Dirigent Hirsch als den Höhepunkt der bisherigen musikalischen Laufbahn der Stadtkapelle bezeichnete. Zum anderen war da das Adventskonzert in der Stadtpfarrkirche St. Johann im Rahmen der Aktion „Soldaten helfen“, das mit der Kreismusikschule aufgeführt wurde. Gekrönt wurde dieses erfolgreiche Jahr mit dem Kulturpreis des Landkreises Erding, der Anerkennung und Ansporn zugleich bedeutete. Hier dankte Dorn nochmals besonders allen Musikern und vor allem dem Dirigenten Erich Baumgärtel für den Neuaufbau der Kapelle und die Schaffung der sozialen Gemeinschaft sowie Martin Hirsch für die professionelle Arbeit auf musikalisch höchstem Niveau.
Ein gesellschaftlicher Höhepunkt im Vereinsleben war die Fahrt nach Riva del Garda mit der Teilnahme am Wettbewerb Flicorno d’oro. Als ein Grundpfeiler der Kapelle sei die Nachwuchsarbeit zu sehen. Durch die eigene Ausbildung und die Übernahme junger Musiker aus den Bläserklassen, bildete sich ein wohlklingendes Jugendorchester mit derzeit 28 Jugendlichen. Das gemeinsame Probenwochenende und anschließende Konzert mit der Mädchenrealschule war für alle Beteiligten ein tolles Erlebnis und ein großer Erfolg.
Dirigent Hirsch setzte 2015 als ein Jahr des Aufbaus und Integration der jungen Musiker ins Hauptorchester an. Neben den vielen positiven Punkten verwiesen Vorstand und Dirigent auf die problematische Raumsituation. Der Probenraum sei akustisch völlig unzulänglich und zudem viel zu beengt. Die instrumentale Ausbildung finde in Privaträumen statt, die Kapazitäten seien erschöpft.
Dritter Bürgermeister Hans Schmidmayer bestätigte, dass die Stadt um diese Problematik wisse und versprach eine mittelfristige Lösung im Zuge des Umbaus der Schule am Lodererplatz. Schließlich sei die Stadtkapelle das musikalische Aushängeschild der Stadt Erding, auf die die Bürger stolz sein dürften.